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Yoga Philosophie

Der Begriff Yoga stammt aus dem Sanskrit, einer alten indischen Sprache. Es bedeutet ursprünglich das Anjochen von Zugtieren (von yuga "Joch", yui für: "zusammenbinden, anspannen, anschirren, anjochen"). Im übertragenen Sinne wird es mit der Bewusstheit des Geistes, die Sinne zu reinigen, übersetzt. Yoga ist eine indische philosophische Lehre und beinhaltet im wesentlichen geistige und körperliche Übungen.

In Europa verbindet man mit dem Begriff Yoga meist nur die körperlichen Übungen. Diese werden als Asanas oder Yoga-Asanas bezeichnet. Das ist aber nur ein kleiner Teil der Yoga-Lehre. 

Einige Yoga-Formen haben meditativen Charakter und beschäftigen sich mit der geistigen Konzentration, andere Yoga-Formen (z.B. Hatha (Ha bedeutet Sonne Tha bedeutet Mond) legen hingegen mehr Wert auf die körperlichen Übungen.  

Der Weg und die Art und Weise, den Körper an die Seele „anzuspannen“, um zur Sammlung und Konzentration zu gelangen, wird in den verschiedenen Yoga-Richtungen unterschiedlich betrachtet.

Die philosophische Basis des Yoga wurde insbesondere von Patanjali im Yoga-Sutra formuliert. Der Raja Yoga (Sanskrit, m., rājayoga, raja = König) ist einer der vier klassischen Wege des Yoga. Im Raja Yoga wird die Herrschaft über die Gedanken angestrebt. Raja Yoga ist auch unter den Bezeichnungen Kriya Yoga oder Ashtanga Yoga ('Asta' = acht, 'Anga' = Teile).

Raja Yoga und die „acht Stufen“:

1.Yama
(Enthaltung, Selbstkontrolle)

2.Niyama
(Verhaltensregeln nach Patanjali Verhaltenskodex, z.B. Sauberkeit)

3.Asana
(Körperhaltung, Körperstellung)

4.Pranayama
(Atemübungen)

5.Pratyahara
(Disziplinierung der körperlichen Sinne, sich nach innen richten)

6.Dharana
(Konzentration – nur auf einen Punkt oder Gedanken)

7.Dhyana
(Meditation – Erfahrungsakt, Verbundenheit durch Liebe erfahrbar)

8.Sanadhi
(Bewusstseinszustand, der über wachen, träumen hinausgeht)

Die kombinierte gleichzeitige Ausübung der drei höheren Aspekte des Raja-Yogas Dharana, Dhyana und Samadhi (Einheit, Erleuchtung) - wurde als Samyama bezeichnet.

Um etwa 700 v. Chr. werden in den älteren Upanishaden Atemübungen und das Zurückziehen der Sinne in den Atman als Hilfsmittel der Meditation offenbart. In den mittleren Upanishaden, die um 400 v. Chr. datieren, wird bereits mehrfach der Begriff Yoga erwähnt und es werden auch die wesentlichen Elemente des späteren Yoga-Systems gezeigt. Patanjali ist als Urheber des Yoga-Systems bekannt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass Patanjali die überlieferten Yoga-Lehren im 2. oder 4. Jahrhundert nach Christi zusammenfasste. Das Werk Patanjalis besteht aus 196 kurzen Texten (Sutren), die auf vier Bücher verteilt sind.

Die klassischen indischen Schriften beschreiben 4 Yogawege:
Raja Yoga: die meditativ orientierten Stufen nach Patanjali.
Jnana Yoga: eine intellektuelle Richtung, Yoga als Erkenntnis.
Karma Yoga: das Yoga der Tat, das Yoga des selbstlosen Handelns.
Bhakti Bhakti Yoga: dieser Weg sieht Yoga als Verehrung, als Hingabe.

Es wird davon ausgegangen, dass Yoga ursprünglich ein rein spiritueller Weg war, bei dem es in erster Linie um die Erleuchtung durch Meditation ging. Die vielen Asanas entstanden erst im Laufe der Zeit. Sie waren vorrangig darauf ausgerichtet, den Körper zu kräftigen und zu mobilisieren, so dass er möglichst beschwerdefrei über einen längeren Zeitraum im Meditationssitz (voller Lotossitz)- verweilen konnte. Im Laufe der Jahre wurde doch immer mehr die positive Wirkung der körperlichen Übungen auf das gesamte Wohlbefinden des Menschen erkannt. Die Aufmerksamkeit wurde dadurch auf die körperliche Betätigung genau so gerichtet. Yoga bekam einen immer höheren Stellenwert. Dieser Entwicklung verdanken wir die Form des Hatha Yoga. Die "Hatha Yoga Pradipika", ein Text aus dem 15. Jahrhundert, legt somit die Grundlagen jener eher körperbetonenden Yoga-Schulen. Raja Yoga basiert auf dem Hatha Yoga; diese Yogalehre betont jedoch eher die spirituellen Ziele.